Konferenzen

2015 - International Rosa Luxemburg Conference

Socialism in Asia and Europe

27 - 28 November 2015

Sungkonghoe University, Seoul, Korea

See program: http://ieas21.or.kr/rosa2015/

Seoul - Prof. ITO Ausschnitt

Welcome speech by Prof. Dr. Narihiko ITO (Kamakura / Tokyo, Japan)

November 27, 2015

'The Challenge of Our Time'

by Narihiko Ito

In December, 1979, USSR of that time dispatched military forces to Afghanistan and" subdued the coup d’état staged there. In the wake of this military incursion, researchers of Rosa Luxemburg were outraged at this atrocity and then in 1980, took the lead in starting an intemational discussion on problems facing humanity that shook the very foundation of a democracy.

Since then Rosa Luxemburg conferences has been held in various parts of the world every two years. This is our 19th conference. Two years ago we had. the conference at the Sorbonne in France. At that time one of the Korean woman researchers suggested that “I really want to have the next conference in Asia. Particularly I wish to discuss the problems of modern society in Korea." In accordance with her suggestion, we decided to organize the 19th Rosa Luxemburg conference here in Seoul.

What is the agenda of this conference? It is to get a clue for solving problems facing people in Asia including Japan --- in other words, to find the way how Asian countries can pursue the path of peaceful development without armament.

In Japan, at present, despite the people's wishes, the government Abe is destroying the pacifist Constitution which was established by the will of the people after the World War II. The damage is not limited to Japan alone. It could break the peace of whole Asia. It is our challenge to seek for a way to the Asian Peace Community where Asian countries can enjoy peace and economic development.

 

Internationale Konferenz in Moskau, 5. und 6. Oktober 2011
 „Rosa Luxemburg: Theorie, Kontext, Aktualität – Zum 140. Geburtstag“
Konferenzbericht mit Downloads von unredigierten Referatstexten

(Namen der Referenten anklicken)

Tradition bedeutet nicht das Bewachen der Asche,

sondern das Weiterreichen des Feuers!

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Dr: Ludmilla Bulavka; Dr. Wladislaw Hedeler, Prof. Dr. Michael Lowy, Prof. Dr. Sergey Kretinin, Prof. Dr. Jörg Wollenberg, Zhanna Ponomarenko, Prof. Dr. Isabel Loureiro

Dass Tradition für die sozialistische und kommunistische ArbeiterInnenbewegung nicht das Bewachen der Asche, sondern vielmehr das Weiterreichen des Feuers bedeutet – genau das hat die diesjährige Konferenz der „Internationalen Rosa-Luxemburg-Gesellschaft“ am 5. und 6. Oktober deutlich gemacht, die erstmals in Moskau stattfand. Schwerpunkte der Tagung waren die Geschichte und die Aktualität des ökonomischen Werks Rosa Luxemburgs, neue Archivfunde zu ihrem ökonomischen Werk, neue Funde von Polnisch sprachigen Artikeln Luxemburgs sowie die Denkanstöße Luxemburgs zur Lösung von einigen Gegenwartsproblemen. Die verschiedenen Beiträge zeigten die nach wie vor große Aktualität Rosa Luxemburgs – auch 140 Jahre nach ihrer Geburt.
Organisatoren dieser Konferenz waren die „Rosa-Luxemburg-Stiftung“ (RLS), die „Internationale Rosa-Luxemburg-Gesellschaft“, die russische Stiftung „Alternativen“ sowie das „Russische Staatsarchiv für sozialpolitische Geschichte“ (RGASPI). Dank der Initiative und der Bemühungen des Moskauer RLS-Büros war es gelungen, dass das RGASPI das weltweit bei den Historikern bekannte Archiv mit großen Teilen der Original-Nachlässe von Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht sowie vieler anderer deutscher und internationaler SozialistInnen sowie mit dem Komintern-Archiv seine Veranstaltungsräume zur Verfügung stellte.

Die Tagung der „Internationalen Rosa-Luxemburg-Gesellschaft“ war durch eine außergewöhnlich breite Beteiligung internationaler WissenschaftlerInnen gekennzeichnet. ReferentInnen aus Argentinien, Brasilien, VR China, Deutschland, Frankreich, Italien, Japan,  Russland und den USA haben Beiträge zu verschiedensten Aspekten des Lebens, des Werks sowie der Wirkungen von Rosa Luxemburgs Ideen präsentiert. So rerierten u. a. Prof. Dr. Michael Lowy (Paris, Frankreich) über das Thema „Western Imperialism against Primitive Communism. A New Reading of Rosa Luxemburg’s Economic Writings”, Prof. Dr. Alexander Busgalin (Moskau, Russland) zu „Rosa Luxemburg, Wladimir Uljanow und die Theorie des Kapitals: Antworten auf die Herausforderungen des 21.Jahrhunderts“, Prof. Dr. He Ping (Wuhan, China) zu “The East and West in the World System - On the Difference between Rosa Luxemburg’s and Lenin’s Theory of Imperialism”, Dr. Giovanna Vertova und  Prof. Dr. Riccardo Bellofiore (Bergamo, Italien) gemeinsam über “Rosa Luxemburg on Capitalist Dynamics, Distribution, and Effective Demand Crises”, Dr. Andreas Diers (Bremen, Deutschland) zu „Der Einfluss Rosa Luxemburgs auf die Analysen und Konzeptionen Wolfgang Abendroths über Weltpolitik und Imperialismus (1918-1933)“, Prof. Dr. Jakow Drabkin (Moskau, Russland) über „Die Gleichaltrigen: Rosa Luxemburg und Lenin“, Prof. Dr. Isabel Loureiro (Sao Paulo, Brasilien) über „Die Aktualität von Rosa Luxemburgs „Akkumulation des Kapitals“ in Lateinamerika“, Prof. Dr. Sergei Kretinin (Woronesh, Russland) zu „Rosa Luxemburg und Otto Bauer über die Russische Revolution 1917“, Klaus Gietinger (Frankfurt/Main, Deutschland) über “Luxemburg, Lenin, Kollontai, Ossinski und die Organisation der Produktion im Sozialismus - Gemeinsamkeiten?”, Prof. Dr. Pablo Slavin (Mar de la Plata,Argentinien) über “The Russian Revolution Experience and the Validity of the Marxist Thought: Luxemburg and Kautsky’s Ideas” und Ass. Prof. Dr. Alexei Gusev über “’A Clique Affair’ or an ‘Unlimited Democracy’? Rosa Luxemburg on the Dictatorship of the Proletariat”.

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Prof. Dr. Jakow S. Drabkin, Prof. Dr. Robert Evzerow

Von den zahlreichen weiteren behandelten Themata können hier nur noch einige genannt werden, so der Beitrag „Rosa Luxemburg und Pjotr Alexeevich Kropotkin“ von Prof. Dr. Narihiko Ito (Kamakura, Japan), der Vortrag zu Die Akkumulationstheorie von Rosa Luxemburg und die gegenwärtige wirtschaftliche Dynamik“ von Prof. Dr. Soltan Dzarasow (Moskau, Russland) sowie der spannende Beitrag von Prof. Dr. Jörg Wollenberg (Bremen, Deutschland) zu der Thematik „Rosa Luxemburg und die Bremer Linke. Ihre Stellung zur russischen und deutschen Revolution – Unterschiede und Gemeinsamkeiten“. Wollenberg arbeitete in seinem Beitrag heraus, dass in Bremen eine Gruppe von Arbeiter-Intellektuellen in enger Zusammenarbeit mit den stets aktionsbereiten Werftarbeitern diese Stadt nach 1905 zu einem Labor der Arbeiteiterlinken und der Rätedemokratie gemacht hat. Dieses habe dann auch in den internationalen Arbeiterrevolten während der Jahre 1917 bis 1921 eine wichtige Rolle gespielt. Nach 1914 gab es nach den Erkenntnissen Wollenbergs keine Stadt in Deutschland, in der die Organisationen des revolutionären Marxismus eine vergleichbare Basis besaßen wie die Gruppe um die von Johann Knief herausgegebene „Arbeiterpolitik“ mit dem Untertitel „Wochenschrift für wissenschaftlichen Sozialismus“. Diese hatte sich im Juni 1916 von der von Alfred Henke (USPD) geleiteten „Bremer Bürgerzeitung“ (BBZ) getrennt. Nicht nur für Rosa Luxemburg habe Bremen deshalb als „Pfeiler des Radikalismus in Deutschland“ gegolten. Aber Rosa Luxemburg habe seit Ende 1912 dort ihre Mitarbeit verweigert, weil Henke Karl Radek, ihren Intimfeind aus den gemeinsamen polnischen Jahren, in den Redaktionsstab der BBZ aufgenommen hatte – wie zuvor schon Paul Frölich, Heinrich Brandler, Wilhelm Pieck, Johann Knief, Heinrich Eildermann und den in Bremen ab 1906 als Lehrer im Bildungsausschuss tätigen Anton Pannekoek. Sie alle trugen nach den Ausführungen von Wollenberg in der BBZ und in der Bremer „Arbeiterpolitik“ zur theoretischen Fundierung der am 23.11.1918 gegründeten Bremer Gruppe der „Internationalen Kommunisten Deutschland“ (IKD) bei. Die rund 500 Mitglieder umfassende Bremer Gruppe mit ihrem Aktionskern innerhalb der Werftarbeiter um Adolf Dannat, Joseph Miller und Willi Deisen habe zwar mit der Spartakusgruppe kooperiert, sie habe sich aber von dieser in zahlreichen Punkten unterschieden, wie z. B. in Fragen der Trennung von der USPD, der Einheitsorganisation sowie der Massenaktionen in Kooperation mit den Syndikalisten. Die Gruppe in Bremen habe auch hinsichtlich der Nichtbeteiligung an den parlamentarischen Wahlen und in der Einschätzung der russischen Februar- und Oktoberrevolution wie auch der deutschen Novemberrevolution andere Positionen als die Spartakusgruppe um Rosa Luxemburg vertreten. Die frühe Zusammenarbeit mit Bucharin, Lenin und Radek ermöglichte nach Informationen Wollenbergs den engen Kontakt mit den Anhängern des bolschewistischen Revolutionsmodells, mit dem sie sich zwar grundsätzlich identifizierten, aber zugleich aus prinzipiellen Gründen sowohl das Organisationsmodell der Spartakusgruppe wie das der Bolschewiki als zu zentralistisch kritisierten.

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Dr: Ludmilla Bulavka; Dr. Wladislaw Hedeler, Prof. Dr. Michael Lowy, Prof. Dr. Sergey Kretinin, Prof. Dr. Jörg Wollenberg, Zhanna Ponomarenko, Prof. Dr. Isabel Loureiro

Einige Konferenzbeiträge führten zu teilweise sehr kontroversen Diskussionen, wie beispielsweise der gemeinsame Vortrag von Ass. Prof. Liang Yulan und Prof. Dr. Wang Xinyan (Wuhan, VR China) zu der Problematik „Rosa Luxemburg’s Thought of Democracy and the Construction of Democracy in Present China“, der Vortrag von Dr. Andrej Kolganow (Moskau, Russland) zu „Rosa Luxemburg zum Problem: War die Revolution in Russland zeitgemäß? Sowie moderne Reflexionen“ genauso wie der Beitrag von Prof. Dr. Jack Jacobs (New York, USA) zu „Rosa Luxemburg, Israel, Palestine, and the Viability of the Two State Solutions“. In der Diskussion zu dem Beitrag von Yulan und Xinyan wurde vor allem die recht große Allgemeinheit der Ausführungen kritisiert, und es wurde hinterfragt, wo konkret im staatlichen Aufbau der VR China Rosa Luxemburgs sozialistische Demokratiekonzeption wiederzufinden sei.
Jacobs legte dar, dass Rosa Luxemburg stets zwar eine grundsätzliche Gegnerin des zeitgenössischen Zionismus gewesen sei. Für sie sei der Marxismus jedoch immer ganz wesentlich eine Methode und keine Sammlung von mehr oder weniger dogmatischen Maximen gewesen. Ihre marxistische Analysemethode habe bei ihr dann auch zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen hinsichtlich der ´nationalen Frage` geführt. Während Rosa Luxemburg eine nationale Unabhängigkeit Polens von Russland abgelehnt habe, so habe sie die nationalen Bewegungen im Osmanischen Reich anders beurteilt. Angesichts der gegenwärtigen äußerst konfliktträchtigen Gemengelage im Nahen Osten führe die Analysemethode Rosa Luxemburgs – so Jacobs anders als andere linke sozialistische AnalystInnen zu der Forderung einer Zweistaatlichkeit zwischen Israel und Palästina. Wegen des äußerst engen Zeitrahmens konnten dabei viele aktuelle und durchaus wichtige Probleme leider oftmals nur sehr kurz angerissen, nicht jedoch auch nur ansatzweise ausdiskutiert werden.

Wichtige neue Funde von Archivmaterialien konnten Dr. Eckhard Müller (Berlin, Deutschland) mit seinen Ausführungen „Rosa Luxemburgs öffentlicher Vortragszyklus zur ´Einführung in die Nationalökonomie` im Herbst 1907. Sechs unbekannte Berichte der Berliner Politischen Polizei“ und Dr. Holger Politt (Berlin, Deutschland) in seinem Beitrag „Russland in Rosa Luxemburgs polnischsprachigen Schriften (1893-1912)“ vorstellen. In seinem Beitrag thematisierte Müller eine Vorstufe zu Rosa Luxemburgs nur als Fragment überlieferter Schrift „Einführung in die Nationalökonomie“. Die Berliner Sozialdemokratie hatte Rosa Luxemburg im Jahr 1907 – so Müller – für einen öffentlichen Vortragszyklus zur Nationalökonomie gewonnen. Als Themen behandelte Rosa Luxemburg dort vor meist 800 bis 1000 TeilnehmerInnen: 1. Was ist Nationalökonomie? 2. Die gesellschaftliche Arbeit. 3. Der Austausch. 4. Die Lohnarbeit. 5. Die Herrschaft des Kapitals. 6. Die Widersprüche der kapitalistischen Wirtschaft. Über das erste Thema berichtete der „Vorwärts“. Auf Wunsch von Rosa Luxemburg habe der „Vorwärts“ dann jedoch keine weiteren Berichte gebracht, da diese Vorträge als Broschüre erscheinen sollten, was zu Luxemburgs Lebzeiten jedoch nicht erfolgt sei. In den Akten der Berliner Politischen Polizei sind über alle sechs Vorträge Rosa Luxemburgs zur Nationalökonomie ausführliche handschriftliche Berichte von Polizeibeamten vorhanden. Die sechs Themenschwerpunkte entsprechen den sechs Gliederungspunkten der Schrift „Einführung in die Nationalökonomie“. Das Manuskript dieser Schrift ist somit nach den Ausführungen von Müller aus den Vorbereitungen Rosa Luxemburgs zum öffentlichen Vortragszyklus vor Berliner Sozialdemokraten im Herbst 1907 sowie aus den ökonomischen Vorlesungen an der Parteischule in den Jahren 1907 bis 1914 entstanden und dann während ihrer Haft in der Zeit des Ersten Weltkrieges erweitert worden.
Innerhalb der deutschen Sozialdemokratie stieg Rosa Luxemburg spätestens mit ihren Berichten und Analysen über die 1905 im Russischen Reich ausgebrochene Revolution zur unumstritten besten Kennerin der gesellschaftlichen Verhältnisse und der politischen Lage im östlichen Nachbarschaftsreich auf, wie Politt darlegte. Die Voraussetzungen dafür, die sich Rosa Luxemburg in den Jahren zuvor in ihren Beiträgen für die sozialdemokratische Presse im russischen Teil Polens schuf, seien demgegenüber allerdings weitgehend unbekannt geblieben. Rosa Luxemburgs Russland-Bild sei auf das engste mit ihren Versuchen verknüpft gewesen, die gesellschaftliche Situation in ihrer polnischen Heimat mit den Mitteln der marxistischen Theorie zu analysieren. Die große Herausforderung für sie sei gewesen zu begründen, weshalb die im 19. Jahrhundert lange Zeit aktuelle polnische Frage im Zusammenhang mit der gesellschaftlichen Entwicklung im Russischen Reich, und insbesondere in seinem polnischen Teil, während ihres politischen Agierens nicht mehr auf der politischen Tagesordnung gestanden habe – und dementsprechend auch nicht mehr Mittelpunkt der politischen Kämpfe des polnischen Proletariats habe sein dürfen. Anders noch als Karl Marx, der entschieden davon ausgegangen sei, dass einzig das aufständische Polen dem Zarentum den entscheidenden und vernichtenden Schlag versetzen werde, seien für Rosa Luxemburg seit Mitte der 1890er Jahre die Verhältnisse bereits so entwickelt gewesen, dass ein gemeinsamer Kampf der verschiedenen Proletariate innerhalb des Riesenreichs die einzige Aussicht auf einen erfolgreichen Sturz des Zarentums geboten hätten.. Demzufolge habe sie ihr Wirken für die von ihr mitbegründete polnische Sozialdemokratie im Russischen Reich von Anfang an unter die Forderung gestellt, den gemeinsamen Kampf des polnischen und es russischen Proletariats zu befördern. Insofern sah sie sich nach Meinung von Politt in der Pflicht, in ihren Beiträgen für die polnische sozialdemokratische Presse um ein Russland-Bild zu streiten, in dem die aktuellen, auf die grundlegende Demokratisierung des Russischen Reiches gerichteten Tendenzen der gesellschaftlichen Entwicklung im Vordergrund gestanden hätten. Diese Tendenzen habe sie entschieden mit dem Auftreten eines sich auch politisch formierenden Industrieproletariats verbunden.
Diese von Müller und Politt vorgestellten neuen Luxemburg-Materialien sollen demnächst in mehreren zusammen mit Annelies Laschitza erarbeiteten Ergänzungsbänden zu der Werkausgabe der Schriften Rosa Luxemburgs veröffentlicht werden. Die beiden Referenten verdeutlichten in ihren jeweiligen Beiträgen die große Bedeutung dieser neuen Funde, die eine Präzisierung bzw. sogar eine wesentliche Korrektur der Forschungsergebnisse über Rosa Luxemburgs Ansichten zu ökonomischen Fragestellungen sowie zu ihrer Konzeption der Lösungen nationaler Fragen ermöglichen.

Dr. Wladislaw Hedeler (Berlin, Deutschland) wies anlässlich seines Vortrags zum Thema „Nikolai Bucharins Studie über Rosa Luxemburgs Akkumulation des Kapitals (1914/1925)“ besonders darauf hin, dass in russischen Archiven noch zahlreiche wichtige unveröffentlichte Materialien von Lenin liegen – unter anderem dessen bislang noch nicht vollständig veröffentlichte kritische Anmerkungen zu Rosa Luxemburgs Werk „Die Akkumulation des Kapitals“. Lenins Auszüge, Notizen und Bemerkungen zu Luxemburgs Akkumulationsschemata seien bislang immer nur auszugsweise 1933, 1975 und 1985 publiziert worden, um den wirtschaftspolitischen Kurs des jeweils amtierenden Generalsekretärs, ob Josef Stalin, Leonid Breshnew bzw. Michail Gorbatschow, zu legitimieren. Mit der immer nur mehr oder weniger selektiven Veröffentlichung von Werken sowie Materialien ehemals führender ProtagonistInnen der Partei habe die ehemalige KPdSU nicht zuletzt auch generell eine sehr stark parteiliche ´Politik` gemacht, die den ´führenden GenossInnen` jeweils gerade genehm gewesen ist.

Am zweiten Konferenztag wurde neben den Beiträgen eine Führung durch das RGASPI-Archiv angeboten. Mit sehr informativen Erklärungen führten die äußerst hilfsbereiten und kompetenten MitarbeiterInnen des Archivs die interessierten KonferenzteilnehmerInnen durch das Gebäude des Archivs und den Lesesaal mit den dort aufbewahrten Findmitteln für die Nutzung des Archivbestandes. Originaldokumente aus den bedeutenden Beständen des RGASPI konnten von den TeilnehmerInnen der Konferenz bei der Führung leider nicht eingesehen werden. Allerdings hatten die ArchivmitarbeiterInnen im Vorraum des Konferenzsaals eine anschauliche Dokumentation aus Beständen des Archivs mit Fotos und Schriftstücken zur deutschen Sozialdemokratie ausgestellt, wobei Materialien zu Rosa Luxemburg nicht fehlten.
 Der Zustand des Archivgebäudes sowie die materielle und personelle Ausstattung des Archivs verdeutlichten nebenbei bedauerlicher Weise, dass dessen Finanzierung durch die „Russische Föderation“ nach dem Zerfall der ehemaligen UdSSR bislang sicherlich nicht zu den Positionen mit einer finanziellen Priorität gehört haben. Erfreulicher Weise scheint es hier aktuell ein paar Verbesserungen zu geben. 

 

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Elena Michailovskaya (Emerald Verlagshaus), Prof. Dr. Narihiko Ito, Dr: Ludmilla Bulavka; Dr. Wladislaw Hedeler

Beeindruckend war am Ende des zweiten Konferenztages dann die Verleihung des „Literati Network Awards for Excellence 2011“ an den langjährigen Vorsitzenden der „Internationalen Rosa Luxemburg-Gesellschaft“, Professor Dr. Narihiko Ito, für seinen Aufsatz „Is the national question an aporia for humanity? How to read Rosa Luxemburgs`s ´The national question and autonomy`”, in: „Research in Political Economy“, 2011, vol. 26, gestiftet vom Emerald Verlagshaus.

 

Hatte bereits 2004 auf Anregung des Nestors der russischen Rosa-Luxemburg-Forschung Prof. Dr. Jakow Drabkin die Russische Akademie der Wissenschaften zusammen mit der RLS eine erste Rosa-Luxemburg-Konferenz im Moskau mit Beteiligung von ForscherInnen aus Russland, Deutschland und Japan veranstaltet, so verdeutlichte die noch wesentlich stärkere Beteiligung bekannter internationaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an dieser Konferenz im Jahr 2011 in Moskau ein seitdem noch erheblich gewachsenes Interesse an Leben, Werk, Wirkung und aktueller Bedeutung der sozialistischen Revolutionärin Rosa Luxemburg.

Von der diesjährigen Konferenz in Moskau werden wieder viele wichtige und anregende Impulse für die internationale Rosa-Luxemburg-Forschung sowie für eine verbreiterte weltweite öffentliche Rezeption der Werke Rosa Luxemburgs ausgehen..Das vollständige Konferenzprogramm und Zusammenfassungen der meisten Beiträge sind auf dieser Website auf der Site “Ankündigungen” mit Downloads zufinden. Das RLS-Büro Moskau will einen Konferenzband mit den Referatstexten in der jeweiligen Originalsprache herausbringen. In deutscher Sprache ist wieder ein Auswahlband geplant.
Text: Andreas Diers (Bremen), Fotos: Fred Ladwig (Berlin)

Auf der Website des RLS-Büros Moskau findet man einen Kurzbericht [russ.] über die Konferenz mit vielen Fotos:
http://www.rosalux.ru/main/modules/sections/index.php?op=viewarticle&artid=141


Einige Referate der internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz in Moskau sind abgedruckt
in der Zeitschrift “Alternativy - Alternatives”, Moskau, Nr. 2/2012 und 3/2012

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 2013 - Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz 4.-5. Oktober 2013 in Paris
Ein detailliertes Programm auf den Sites “Ankündigungen” und “English Papers”.

Einen ersten Bericht auf Englisch auf der Website:
http://transform-network.net/de/blog/blog-2013/news/detail/Blog/international-conference-on-rosa-luxemburg.html

Videos von allen Vorträgen und der Diskussion:
http://www.lesfilmsdelan2.org/lesfilmsdelan2/Rosa_Luxemburg.html

Die Druckfassung dreier Vorträge auf Französisch:
- Isabel Loureiro:
 http://www.humanite.fr/debats/elle-croit-fermement-que-ceux-d-en-bas-apprennent-551910
- Michael Löwy:
http://www.humanite.fr/debats/une-conquete-democratique-du-pouvoir-par-l-action-551911
- Philippe Corcuff:
http://www.humanite.fr/debats/il-faudrait-accepter-cette-contradiction-de-l-acti-551912

Paris, Sorbonne, October 4th and 5th, 2013

Friday, 4 October: Sorbonne, amphithéâtre Lefebvre,

Saturday, 5 October (CHANGE OF VENUE!): Sorbonne, amphitéâtre Cauchy,

The conference languages will be French and English with simultaneous translation.

« Rosa Luxemburg’s Concepts of Democracy and Revolution »
PROGRAMME

Venue: Friday, 4 October: Sorbonne, amphithéâtre Lefebvre,
Entrance “Rue Cujas”, Staircase/Escalier R, Galerie Jean-Baptiste Dumas

3pm – 5:30pm: Panel Discussion 1: Presentation of New Editions of Rosa Luxemburg’s Work in French, English, and German
Jacqueline Bois (France), Peter Hudis (USA) [cancellled, replaced by Sebastian Budgen - Verso Publishers’ House], Annelies Laschitza (Germany), Holger Politt (Germany/Poland), Eric Sevault (France)

5:30pm-6:30pm: informal reception

6:30pm-9pm: Opening of the Conference

I) Introduction [6:30pm – 7pm]
Presidency:  Elisabeth Gauthier (France)
Welcome speeches: Narihiko Ito (Japan), Evelin Wittich (Germany)

II) Panel Discussion 2. Opening  [7pm – 9pm]
- Rory Castle (UK): Rosa Luxemburg, Her Family and the Origins of her Revolutionary Outlook
- Isabel Loureiro (Brazil): Rosa Luxemburg, démocratie et révolution
- Mylene Gaulard (France): Rosa Luxemburg face aux possibilités de réformes démocratiques du capitalisme : Bernstein et Keynes [cancelled]
- Michael Löwy (France/Brazil): « Le coup de marteau de la révolution ». La critique de la démocratie bourgeoise chez Rosa Luxemburg
- Claudie Weill (France): Nation et démocratie
 

Saturday, October 5th
Venue : (CHANGE OF VENUE!): Sorbonne, amphitéâtre Cauchy,
Entrance “Rue Cujas”, Staircase/Escalier F, Galerie Richelieu
 

10am – 12:15pm: Panel Discussion 3: Socialism and Democracy
- Michael Brie (Germany): Socialism and Democracy. The critique of the bolshevists by Rosa Luxemburg reconsidered [cancelled]
- Jean-Numa Ducange (France): Le socialisme français vu par Rosa Luxemburg
- Ottokar Luban (Germany): Creativity of the Proletariat as the Crucial Key Word for Rosa Luxemburg’s Concept of a Revolutionary Socialist Mass Movement
- Pablo Slavin (Argentina): Democracy and Revolution at work of Rosa Luxemburg
- Feliks Tych (Poland) : La perception de Rosa Luxemburg dans le milieu scientifique et le grand public polonaise après 1989

12:15pm – 2pm: Lunch break

2pm – 4:15pm: Panel Discussion 4: Bourgeois Democracy, Revolutionary Democracy
- Sobhanlal Datta Gupta (India): Evolution of Rosa Luxemburg's concept of Revolutionary Democracy in the light of her Gesammelte Briefe
- Michael Kraetke (UK/Germany): Rosa Luxemburg et la critique de la politique
- David Muhlmann (France): Le contenu de la « démocratie socialiste » chez Rosa Luxemburg
- Ingo Schmidt (Canada/Germany): ‘The Accumulation of Capital’ – Economic Underpinnings of Rosa Luxemburg’s Democratic Socialism
- Jörg Wollenberg (Germany): Rosa Luxemburg and the “Freedom of Dissenters” - About the background and consequences of the "Complete Edition" of the "Russian Revolution” of Rosa Luxemburg in Paris 1939

4:15pm - 4:45pm: Coffee break

4:45pm – 7pm: Panel Discussion 5: Rosa Luxemburg and Others
- Philippe Corcuff (France): Rosa Luxemburg, la radicalité et la démocratie : John Dewey et André Gorz comme vis-à-vis
- Frigga Haug (Germany)Attempt to follow Rosa Luxemburg’s footsteps in fighting for democracy from the base
- Alexey Gusev (Russia) : Rosa Luxemburg and the problem of institutional foundations of socialist democracy in the history of Marxist thought 
- Ben Lewis (UK): “Is that our programme, Karl?” Luxemburg, democracy and the challenge of the German Revolution 
- Sandra Rein (Canada) : Re-reading Rosa Luxemburg’s Theory and Practice as a feminist text

• International Rosa Luxemburg Society
• University of Paris I Panthéon-La Sorbonne/Centre d’histoire des systèmes de pensée moderne (CHSPM)
• Espaces Marx
• Rosa Luxemburg Foundation
• Gerda und Hermann Weber Stiftung
• Transform!Europe
• Collectif Smolny
• Revue internationale »Actuel Marx«
• Revue critique »Contretemps«
………………………………………………….

Past Rosa Luxemburg Event (organized by the Rosa Luxemburg Foundation)

The Accumulation of Capital
A century-old work remains current, provocative and seminal

Seminar
Friday, 07.03.2014, 3:00 pm - Sunday. 03.2014, 1:30 pm

Rosa-Luxemburg-Stiftung, Seminarraum 1, 1. OG,
Franz-Mehring-Platz 1
10243 B e r l i n

Details and some presented papers: http://www.rosalux.de/event/50128/the-accumulation-of-capital.html

Rosa-Luxemburg-Konferenz

am 16. Januar 2015

in Bilbao, Baskenland

https://linksunten.indymedia.org/de/node/133360
https://linksunten.indymedia.org/de/node/130920

Konferenz der Internationalen Rosa-Luxemburg-Gesellschaft
 in Tokio am 1. und 2. April 2007

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Lesung aus Briefen Rosa Luxemburgs in japanischer Übersetzung durch Schauspielerinnen aus Tokio

Alle Unterlagen der Tagung in Tokio einschließlich der Referattexte sind einzusehen

 unter: http://www-bunken.tamacc.chuo-u.ac.jp/rosa_confe2007/index.htm

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Prof. Dr. Michael R. Krätke (Amsterdam, jetzt Lancaster, UK)

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Prof. Dr. Zhang Wenhong (Bejing, VR China)

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Konferenz der Internationalen Rosa-Luxemburg-Gesellschaft
 
am 16./17. Januar 2009 in Berlin

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Im großen Konferenzsaal der Rosa-Luxemburg-Stiftung am 16. Januar 2009 in Berlin

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Schülerinnen und Schüler der Max-Planck- und der Robert-Jungk-Oberschule rezitieren Rosa-Luxemburg-Texte.

Programm, Fotos, Videos und Downloads der unredigierten Referattexte der Tagung vom Januar 2009 in Berlin sind einzusehen unter: http://www.rosalux.de/cms/index.php?id=17810

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Florian Wilde (Hamburg), Prof. Dr. Jean-Francois Fayet (Genf), Prof. Dr. Feliks Tych (Warschau), Klaus Gietinger (Frankfurt/Main)

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Schauspieler des Grips-Theaters Berlin boten den Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmern Szenen aus dem Theaterstück “R o s a” dar. Die Aufzeichnung der Aufführung ist als DVD erhältlich (siehe: http://www.grips-theater.de/ , “shop” anklicken ).

Past Event
ROSA REMIX
New Takes on a Longtime Classic

 August 21-22, 2015 - New York City

One hundred years after the publication of her masterpiece “The Accumulation of Capital,” Rosa Luxemburg’s ideas have come back in a big way. If she were here today, what would Rosa have to say about contemporary feminist movements, Occupy Wall Street, or our deepening ecological crisis?

Friday, August 21, 6:00pm-8:00pm
Verso Books, 20 Jay Street, Suite 1010, Brooklyn

Saturday, August 22, 10:00am-5:00pm
The New School, 65 West 11th St., Room B500

More information and RSVP here:
http://www.rosalux-nyc.org/rosa-remix/

FULL PROGRAM

Friday, August 21, 6:00pm-8:00pm l Reception to follow
Verso Books, 20 Jay Street, Suite 1010, Brooklyn, NY

“THE ACCUMULATION OF CAPITAL”:
100 YEARS LATER

Patrick Bond (University of KwaZulu-Natal, South Africa)
Richard D. Wolff (New School for Social Research)
Raphaële Chappe (Brooklyn Institute for Social Research)
Stefanie Ehmsen (Rosa Luxemburg Stiftung—New York Office)

Saturday, August 22, 10:00am-5:00pm l Coffee and lunch will be provided l The New School, 65 West 11th St., Room B500 Wollman Hall, New York, NY

10:00am-11:30am:
SOCIALISM OR BARBARISM? WAR, CLIMATE CHANGE, AND THE FUTURE OF THE PLANET

Alyssa Battistoni (Yale University)
Bhaskar Sunkara (Jacobin Magazine)
Sandra Rein (University of Alberta, Canada)
Rory Castle (Swansea University, Wales, UK)
 

 

3:00pm-4:30pm:
ROSA LUXEMBURG: A LEGACY FOR FEMINISTS?

Amber Frost (Freelance Writer)
Kate Evans (“Red Rosa” Author and Artist)
Alhelí Alvarado-Díaz (Columbia University)
Nancy Holmstrom (Rutgers University, Newark, emeritus)